Mehr Frauenmorde? Welche Waffen?

Wie ein Problem nicht gelöst wird

Es ist etwas passiert. Also muss etwas geschehen. Da Politiker im Amt bleiben wollen, müssen sie Aktivitäten entfalten oder zumindest vortäuschen. Wenn die ergriffenen Maßnahmen nicht zur Problemlösung taugen, ist das weniger schlimm, als nichts zu unternehmen. Die Presse würde einen untätigen Minister gnadenlos niedermachen. Sinnlose Anlassgesetzgebung ist stets die Folge.

Zwei Beispiele

Erstens: Ein sein Auto mit zwei Promille Alkohol im Blut lenkender Mann fährt in eine Personengruppe und verursacht eine Tragödie. Als Konsequenz wird der maximal zulässige Blutalkoholspiegel von 0,8 auf 0,5 Promille reduziert. Das wird zwar keinen Volltrunkenen daran hindern, sich ans Steuer zu setzen, aber immerhin wurde prompt reagiert.

Zweitens: Ein muslimischer Fanatiker bringt im Zuge eines von ihm verübten Terroranschlags ein paar Menschen mit illegal erworbenen Waffen um – und schon ertönt die Forderung nach einer Verschärfung des Waffengesetzes, welcher der Polizeiminister gerne bereit ist zu folgen. Das kann und wird dem Terror natürlich kein Ende bereiten, denn bislang ist – zumindest in Deutschland und Österreich – kein Fall aktenkundig, in dem ein Terrorist seine Tatwaffe und die zugehörige Munition in waffengesetzkonformer Weise erworben hat. Das ist zwar auch Ministern, Abgeordneten und Journalisten bekannt, bremst aber nicht deren Ambitionen im Hinblick auf die Kriminalisierung jedes derzeit noch legalen Waffenbesitzes.

Neues Österreich

Gegenwärtig ist Österreich mit dem Phänomen konfrontiert, dass – anders als im Rest der Welt – Frauen häufiger zu Mordopfern werden als Männer. Nicht wenige sterben durch die Hand von (Ex-) Partnern. Diese Tatsache ist es wert, seriös untersucht zu werden, woran indes kein besonderes Interesse zu bestehen scheint. Dass die Zahl der Frauenmorde ausgerechnet ab dem Jahr 2015 sprunghaft gestiegen ist (war da was?), es sich bei den Tätern zu einem großen Teil um Männer mit „Migrationshintergrund“ handelt und als Tatwaffen meist Messer, verschiedenste Werkzeuge oder die bloßen Hände fungieren, beschäftigt Politik und Medien weit weniger als der Umstand, dass in einigen wenigen Fällen auch Schusswaffen verwendet werden.

Was also liegt näher, als – wieder einmal – eine Verschärfung des Waffengesetzes zu fordern? Birgit Haller vom Wiener Institut für Konfliktforschung vermeint im linkslastigen Staatsradiosender Ö1 prompt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und Bluttaten zu erkennen. Ein Zusammenhang, der angesichts der überwiegenden Zahl von mit anderen Tatmitteln begangenen Verbrechen ja eben gerade nicht besteht. Dass Haller die große Zahl an Beziehungsmorden in der Schweiz mit den dort in jedem Armeereservistenhaushalt befindlichen Waffen begründet, belegt die Absurdität ihrer Behauptung: Militärwaffen sind bei Beziehungstaten unter den Eidgenossen nämlich faktisch nie im Spiel.

Gefahrenabwehr

Natürlich darf auch der Hinweis auf die ab dem Jahr 2015 stark gestiegene Nachfrage nach Schusswaffen nicht fehlen. Auf den Gedanken, dass der Grund für diese Entwicklung das stark gewachsene Unsicherheitsgefühl vieler Bürger sein könnte, das etwas mit der „Flüchtlings“-Politik zu tun hat, kommen „woke“ Elfenbeinturmbewohner klarerweise nicht. Sie ziehen es vor, um ihre Sicherheit besorgte Bürger als paranoide Narren hinzustellen.

Zurück zu den Frauenmorden: Bluttaten, egal von wem an wem verübt, sind der herrschenden Kultur und der Disposition der Täter geschuldet. Die Verfügbarkeit bestimmter Tatmittelkategorien spielt keine Rolle, wie die Vielzahl der verwendeten Tatwerkzeuge beweist. Die Regierung hat indes bereits angekündigt, dem Problem mit einer Änderung des Waffengesetzes beikommen zu wollen. So ist etwa an die Beschlagnahme amtlich erfasster Waffen nach einer polizeilichen Wegweisung oder eines Betretungsverbotes gedacht. Dass diese Maßnahme ins Leere läuft, wenn illegal angeschaffte Schusswaffen und vor allem Küchenmesser im Spiel sind, scheint Politiker nicht zu interessieren.

Dieser Text ist soeben in der Juli-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 214 erschienen 

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