Der homo hygienicus und der Hygienismus

Matthias Burchardt im Gespräch

(Andreas Tögel) Nimmt etwas Zeit in Anspruch, ist aber jede Minute (nach der eher langweiligen Einleitung) wert. In einer Zeit des Hausarrests ist ja genug Zeit für derlei Petitessen.

Keine Fakten, sondern Diskursanalyse: Nicht nur sauber, sondern rein sein … 😉 Mir gefällt es, weil ich Gespräche auf dem Niveau hierzulande schon lange suche (und außerhalb Rahim Taghizadegans Scholarium nirgends finde). „Der Homo Hygienicus totalisiert das Risiko.“ Wir sind damit hinter die Errungenschaften der Aufklärung zurückgefallen. Heute erklärt nicht mehr der feiste Paffe dem blöden Volk die Welt, sondern der allwissende „Experte“. Der eigene Verstand wir nicht mehr genutzt… auch von gebildeten und intelligenten Menschen (gerade von denen!) nicht ☹.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=h-y2hSt9uOY]

Ausschnitte:

  1. Wir haben uns in den vormodernen Raum, vor der Aufklärung, begeben. Uns intellektuell selbst kastriert. Es könnte ein Zivilisationsbruch passiert sein in den letzten Jahrzehnten.
  2. Politische Korrektheit ist der Hebelpunkt.
  3. Freiheit wird nicht gewährt, sondern haben wir. Wird sie genommen, muß man sie zurückerobern.
  4. Der homo hygienicus hat sich und seinen Körper den Experten unterworfen.
  5. Wir opfern die Essenz der reinen Existenz.
  6. Der Mensch als körperliches Wesen mit existentiellem Bedürfnis nach metaphysischer Einordnung, Ritual und Gemeinschaft.
  7. Ganz am Ende meint Burchardt, daß das (20.) Jahrhundert des starken Staates dazu führt, daß die Menschen sich wieder in kleinere Einheiten zurückziehen, also weg vom (dysfunktional gewordenen) Staat.
  8. Gegen Ende kommt die (für mich derzeit) Kernfrage: Sollte ein freier Bürger immer nur zuschauen und die Deppen machen lassen, oder wieder Gesellschaft gestalten?

 

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